Hallo zusammen,
ich möchte mich euch gerne vorstellen: Mein Name ist Thomas, und ich stehe kurz davor, die Drei vor meinem Alter zu sehen – so richtig anfreunden konnte ich mich damit bisher aber nicht.
Vor ungefähr 9 bis 10 Jahren hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich hier, in einem Forum für Uhrenliebhaber, einen Beitrag verfassen würde.
Uhren? Das waren für mich damals nicht mehr als funktionale Zeitmesser, von denen ich nur die üblichen Verdächtigen wie Rolex oder Breitling kannte. Doch wie es das Schicksal so wollte, stieß ich durch eine familiäre Geschichte auf ein besonderes Uhrenmodell aus Glashütte, das meinen Weg unerwartet ändern sollte. Leider war dieses Modell für mich zu jener Zeit unerschwinglich, was mich aber nicht davon abhielt, meiner neu entfachten Leidenschaft zu folgen.
Meine Reise begann damit, dass ich Uhren erwarb, die zwar nicht das unerreichbare Original waren, aber dennoch ihren eigenen Reiz hatten. Der wirkliche Beginn meiner Leidenschaft für mechanische Uhren markierte der Kauf einer Glashütte-Uhr aus den 60ern – mit ihrem bekannten goldenen Ziffernblatt, den goldenen Indizes oder dem vergoldeten Gehäuse und natürlich dem klassischen 34-mm-Durchmesser. Diese Uhr habe ich letztendlich nie getragen, sie war zu klein und „altbacken“, konnte sie aber glücklicherweise mit etwas Gewinn an einen Sammler verkaufen, der sich aufrichtig darüber freute.
Meine Sammlung begann zu entstehen, und ich entdeckte meine Vorliebe für Microbrands. Was mich anzog, waren nicht der Markenname oder das Prestige, sondern die technischen Feinheiten, die Verarbeitungsqualität und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, eine Uhr mit Lederband zu tragen, besonders Vintage-Modelle mit ihren sichtbaren Gebrauchsspuren und der Oxidation, die so viele Fragen in mir aufwarfen. Teilweise habe ich das Thema „Patina“ auch stark belächelt. Warum sollte jemand eine Uhr mit solchen „Makeln“ kaufen, fragte ich mich, besonders wenn sie technisch den günstigeren Microbrands unterlegen waren?
Doch wie es oft so geht, ändern sich mit der Zeit auch die Vorlieben. Meine Affinität zu Taucheruhren führte dazu, dass ich einige Exemplare erwarb und wieder verkaufte, bis ich schließlich eine für mich teure Uhr von Wempe erstand – meine Verbindung zu Glashütte war immer ein leitendes Element meiner Sammlung. Die Sehnsucht nach jenem unerreichbaren Stück aus Glashütte blieb, und ich kaufte oft Modelle, die ihm ähnelten, aber erschwinglicher und moderner waren.
Ich kaufte irgendwann sehr impulsiv eine Speedmaster – ein Kauf, der mich finanziell überforderte und den ich bald bereute. Doch diese Uhr lehrte mich, die Schönheit von Lederbändern und das zeitlose Design zu schätzen. Nach dem Verkauf der Speedmaster führte mein Weg mich zu Uhren im höherpreisigen Segment, doch nichts fühlte sich richtig an, bis ich auf einer Dienstreise eine Hamilton 7723 von einem Zahnarzt erwarb. Diese Begegnung entfachte meine Liebe zu Vintage-Uhren.
Von da an vertiefte ich mich in die Welt von mechanischen Chronographen und landete bei Sinn. Meine erste Begegnung mit dieser Marke war ein Modell 158, das letztlich nicht meinen Vorstellungen entsprach, weil ich doch schon sehr beim Thema Vintage hängen geblieben bin. Doch die Begegnung mit einem Forumsmitglied, das mir eine Heuer Autavia im Tausch anbot, änderte vieles. Meine Begeisterung für Chronos wuchs, und ich erweiterte meine Sammlung nach Monaten der Jagd auf Kleinanzeigen um einen Heuer Bund Chrono mit „3H“.
Heute blicke ich auf eine Sammlung, die mich zufriedenstellt, und obwohl es immer Wünsche gibt, habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich mit meiner Sammlung im Reinen bin – bis auf einen besonderen Wunsch, der vielleicht eines Tages in Erfüllung geht, dazu aber an anderer Stelle mehr. Eine Uhr, die ich aufgrund ihrer Seltenheit vermutlich eh niemals „meine“ nennen kann.
Meine Liebe zu Sinn und die Geschichte dieser Marke haben mich schließlich hierhergeführt, und nachdem ich unzählige Beiträge gelesen und Videos geschaut habe, entschied ich mich für eine neue Sinn 556, um einen persönlichen Meilenstein zu feiern. Besonders beeindruckt hat mich der offene Umgang mit den Kunden und die Qualität, die Sinn verspricht, und ein Video zur Qualitätskontrolle, da diese beruflich auch von großem Interesse für mich ist.
Doch als die Uhr ankam, musste ich feststellen, dass das Ziffernblatt stark verdreht war – stark ist natürlich relativ, aber nachdem mir die Rotation um vielleicht 3-5° aufgefallen ist, habe ich nur noch das gesehen. Das hat mich letztendlich dazu veranlasst, die Uhr zurückzuschicken und aus Frust keine andere Uhr zu kaufen.
Nun, nach einigen Jahren und einem weiteren persönlichen Meilenstein, habe ich mir dieses Mal wirklich eine Uhr gönnen wollen und bin dabei zufälligerweise wieder mit dem Forumsmitglied von damals in Kontakt getreten, das die Sinn-Variante des Heuer Bundeswehrchronografen besaß. Dies führte mich zu den alten Modellen der 103, die für mich indessen alles andere in den Schatten stellten.
Zeitgleich konnte ich die Taucheruhr aus Glashütte, die das Ganze für mich losgetreten hat, im Originalzustand erwerben.
Das Feuer für Sinn brannte aber so lichterloh, dass ich dort auch zuschlagen musste.
Uhrentechnisch war das Letzte ein sehr gutes Jahr für mich, weniger aber für meinen Kontostand...
So stehe ich heute hier, an einem Punkt meiner Sammelleidenschaft, an dem ich äußerst zufrieden bin. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen mit euch zu teilen und bin gespannt auf die Geschichten, die ihr zu erzählen habt.
Vielen Dank fürs Lesen und viele Grüße aus Niederbayern,
Thomas
und viel Spaß hier 
