Gedankenspiel: zweigeteilte, teilgekoppelte Lünette für Minuten- und Stundenzeiten

  • Aus der Beschäftigung mit der Lünette des EZM 19 ist mir die Idee gekommen, Minuten- und Stundenzeiten auf zwei konzentrischen, unterschiedlich hohen Ringen gleichzeitig nutzbar zu machen – ohne eine zusätzliche Bedieneinrichtung.

    Der äußere, tieferliegende STD-Ring trägt die gegen den Uhrzeigersinn laufende Stunden-Countdown-Skala; auf ihm sitzt der erhöhte innere MIN-Ring mit der im Uhrzeigersinn laufenden Minutenskala. Wird der äußere Ring gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bewegt sich die gesamte Einheit, also STD und MIN gemeinsam. Der innere MIN-Ring kann anschließend im Uhrzeigersinn unabhängig verstellt werden, während der Stundenring stehenbleibt.

    Die Bedienlogik wäre damit denkbar einfach:

    Außen gegen den Uhrzeigersinn → beide Skalen gemeinsam.
    Innen im Uhrzeigersinn → nur die Minutenskala.

    So läßt sich zunächst ein gemeinsamer Null- oder Ausgangspunkt setzen und danach die Minutenreferenz unabhängig verschieben, ohne den Stunden-Countdown zu verändern. Die unterschiedliche Bauhöhe trennt beide Funktionen zusätzlich haptisch voneinander.

    Für den äußeren STD-Ring wäre eine 144er Rastung sinnvoll: 360° / 144 ergeben 2,5° pro Rastschritt; da sich der Stundenzeiger pro Stunde um 30° bewegt, entspricht ein Rastschritt exakt 5 Minuten. Der innere MIN-Ring könnte weiterhin in 1-Minuten-Schritten rasten. Damit ergäbe sich eine klare Hierarchie: außen Langzeitplanung in 5-Minuten-Schritten, innen Kurzzeitmessung in 1-Minuten-Schritten.

    Der Reiz des Konzeptes liegt darin, daß die Mechanik zwar raffinierter wird, die Bedienung aber einfacher bleibt: zwei sichtbare Ringe, zwei eindeutige Handgriffe – möglichst wenig gedankliche Übersetzung.

    Der Ingenieur bekäme das sicher hin …

    „… Und ihr sagt mir, Freunde, daß nicht zu streiten sei über Geschmack und Schmecken? Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken! …“

  • Klasse Idee : like

    Ich sehe schon eine unklare Menge von Sinn Forum Mitglieder definierten EZM‘s auf uns zukommen.

    Wir brauchen auch noch einen EZM der außer Stunden die Tage zählt.ich hau mich wech!

    FUBAR

  • Idee ist superspannend, und gleich noch mit einer perfekten Visualisierung -- besser geht es nicht! :YoureTheMan

    Aber vorher muss SINN erstmal meine Pulsmessuhr realisieren :deal:

    Gigahertz are for computers. Fine watches run at 4 Hz.

  • Find ich gut Tobias! Top1

    Ich hätte aber auch den inneren Minutenring gerne als Countdown. Nutze ich tatsächlich in der Praxis mehr ^^

    Grüße
    Ticker
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    ...warum bleibt am Ende des Geldes so wenig Uhr übrig... ? :wall:

  • Eine tolle Idee, die auf jeden Fall großes Potenzial hat, und so oder so ähnlich umgesetzt werden könnte. Praktisch, einsatzorientiert, vermutlich auf verschiedene Gehäuse adaptierbar ließe sich dafür zu Lande, zu Wasser und für die Luft eine tolle Anwendung finden. Respekt für die liebevolle Ausführung!

    P.S.

    Gibt/Gab es sowas nicht bereits bei anderen Marken?

    Ohne es noch genau zu wissen, glaube ich aber schon solche doppelte Lünetten schon gesehen zu haben.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Ich finde die Idee großartig, hatte ich mir schon öfters gewünscht!

    Vielleicht beim nächsten Mal nicht direkt veröffentlichen, sondern vielleicht patentieren lassen oder vielleicht mit Sinn reden. Durch diese Veröffentlichung ist das nun Stand der Technik!

  • Danke Mister T für die anschauliche Visualisierung und die verständliche Erläuterung. : klasse

    Ja AndiS und Münsterländer, so was gibt es bereits und patentiert. Aber ob das Patent auch für Europa gilt ;)

    Allerdings sind die Stunden- und Minutenlünetten im Gegensatz zu dem Entwurf von Watch the watchmenvertauscht.

    klick: Mount West Watches

    :mggl:Schönheit liegt einzig im Auge des Betrachters :mggl:

    Liebe Grüße Dimi

  • Ich möchte hier keine Diskussion über geistige Schöpfungshöhe lostreten – das ist nur ein öffentliches Gedankenspiel dazu, wie sich bekannte Doppellünetten-Ideen zu einem möglichst intuitiven MIN-/STD-Konzept weiterdenken ließen.

    Wenn Sinn so etwas irgendwann aufgreifen sollte, hätte der Gedanke seinen Zweck bereits erfüllt.

    Doppellünetten im Vergleich – SportStop, Mount West und ein mögliches EZM-Konzept

    In meiner Uhrenbox und durch den Hinweis von DivingDoud bin ich auf zwei bereits existierende Konzepte gestoßen, die jeweils einen Teil meiner Idee vorwegnehmen: die Jörg Schauer SportStop und die Dual Uni-Directional Bezel von Mount West.

    Beide Lösungen sind technisch interessant, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Der folgende Vergleich soll deshalb keine Bewertung sein, sondern die jeweiligen Konzepte und ihre Unterschiede herausarbeiten.


    1. Jörg Schauer SportStop – zwei unabhängige Zeitskalen als Chronograph-Ersatz

    Die SportStop verfolgt einen sehr eleganten Ansatz: Zwei konzentrische, unabhängig verstellbare Lünettenringe ersetzen gewissermaßen einen Chronographen.

    Der äußere Ring trägt eine 12-Stunden-Skala, der innere Ring eine 60-Minuten-Skala. Vor Beginn einer Messung werden beide Ringe separat auf die aktuelle Stellung der Zeiger ausgerichtet:

    • Die 12 des Stundenrings wird auf den Stundenzeiger gestellt.
    • Der Nullpunkt des Minutenrings wird auf den Minutenzeiger gestellt.
    • Danach läßt sich die verstrichene Zeit unmittelbar an beiden Skalen ablesen.

    Die SportStop beantwortet damit im Grunde eine einzige Frage:

    Zitat

    Wie lange ist seit dem Start vergangen?

    Die beiden Ringe stellen lediglich unterschiedliche Größenordnungen derselben Information dar.Interessant ist dabei die unterschiedliche Rastung:

    • Der äußere Stundenring rastet zwischen 12 und 3 Uhr 21-mal, entsprechend wohl einer 84er-Rastung über den Vollkreis.
    • Der innere Minutenring rastet klassisch jede Minute.

    Die Rastung des Stundenrings muß hier also kein bestimmtes Zeitintervall darstellen, sondern vor allem eine ausreichend genaue Ausrichtung der 12 auf den Stundenzeiger ermöglichen.


    2. Mount West Dual Uni-Directional Bezel – richtungsabhängige Teilkopplung

    Mount West geht einen anderen Weg. Hier werden zwei konzentrische Ringe mechanisch miteinander gekoppelt, aber abhängig von der Drehrichtung unterschiedlich bewegt.

    Die grundlegende Idee:

    • Gegen den Uhrzeigersinn bewegen sich beide Ringe gemeinsam.
    • Im Uhrzeigersinn bewegt sich nur der äußere Ring, während der innere stehenbleibt.

    Mount West – Bezel Guide

    Damit entsteht die Möglichkeit, beide Skalen zunächst gemeinsam zu positionieren und anschließend relativ zueinander zu verschieben.

    Der wesentliche Unterschied zur SportStop liegt damit in der Bedienmechanik:
    Die SportStop besitzt zwei unabhängig verstellbare Ringe.

    Mount West arbeitet dagegen mit einer richtungsabhängigen Teilkopplung.

    Dabei wird im wesentlichen der äußere Bedienring gegriffen; der innere Ring besitzt keine eigene unmittelbar greifbare Bedienebene. Welche Skala mitbewegt wird, entscheidet die Drehrichtung beziehungsweise die dahinterliegende Mechanik.

    Das macht das System sehr universell. Je nach Skalierung und Interpretation lassen sich damit Zeitintervalle, zweite Zeitzonen, Count-up-/Countdown-Anwendungen und weitere Timing-Aufgaben darstellen.

    Die Stärke liegt also vor allem in der mechanischen Flexibilität.


    3. Gedankenspiel: eine zweigeteilte, teilgekoppelte Lünette für MIN und STD

    Wohl mit der SportStop irgendwo im Hinterkopf entstand die Idee einer anders aufgebauten Doppellünette.

    Der entscheidende Punkt wäre:
    Nicht ein Bedienring für zwei Funktionen, sondern zwei sichtbare Ringe mit zwei eindeutigen Handgriffen.

    Die Lünette bestünde aus zwei konzentrischen, unterschiedlich hohen Ebenen:

    • Der äußere, tieferliegende STD-Ring trägt eine gegen den Uhrzeigersinn laufende Stunden-Countdown-Skala.
    • Der erhöhte innere MIN-Ring trägt eine im Uhrzeigersinn laufende Minutenskala.

    Die unterschiedliche Höhe wäre dabei nicht ein gestalterisches Element, sondern zugleich eine haptische Information:

    • Außen/unten = Stundenfunktion
    • Innen/oben = Minutenfunktion

    Die Bedienlogik wäre denkbar einfach:

    Zitat

    Außen gegen den Uhrzeigersinn → beide Ringe gemeinsam.

    Innen im Uhrzeigersinn → nur MIN separat.

    Damit könnte zunächst ein gemeinsamer Null- beziehungsweise Ausgangspunkt gesetzt werden. Anschließend ließe sich die Minutenreferenz unabhängig verschieben, während der Stunden-Countdown unverändert bleibt.

    Die beiden Ringe würden dabei bewußt zwei unterschiedliche Fragen beantworten:

    • MIN: Wie lange läuft es schon?
    • STD: Wie lange bleibt noch?


    4. Mechanische Überlegung

    Der besondere Reiz liegt für mich darin, daß keine dritte sichtbare Bedieneinrichtung nötig wäre.
    Die mechanische Raffinesse bliebe weitgehend verborgen:

    • Der äußere STD-Ring könnte zugleich als Träger des inneren MIN-Rings dienen.
    • Eine richtungsabhängige Mitnahme beziehungsweise Freilauf-/Klinkenmechanik würde die gemeinsame Bewegung ermöglichen.
    • Der erhöhte innere MIN-Ring könnte anschließend unmittelbar und separat verstellt werden.

    Für den äußeren STD-Ring wäre beispielsweise eine 144er Rastung denkbar.

    360° / 144 ergeben 2,5° pro Rastschritt; ein Rastschritt damit exakt fünf Minuten.

    Damit ergäbe sich eine klare Hierarchie:

    • STD-Ring: Langzeitplanung in 5-Minuten-Schritten.
    • MIN-Ring: Kurzzeitmessung in 1-Minuten-Schritten.


    tl;dr

    Die drei Konzepte lösen unterschiedliche Aufgaben:

    • SportStop: Zwei unabhängig einstellbare Zeitskalen messen gemeinsam die seit einem Start vergangene Zeit – gewissermaßen als Chronograph ohne Chronographenwerk.
    • Mount West: Eine richtungsabhängige Teilkopplung erlaubt es, zwei Skalen zunächst gemeinsam und anschließend relativ zueinander zu verstellen.
    • Zweigeteilte MIN-/STD-Lünette: Verbindet beide Gedanken mit zwei unmittelbar greifbaren Höhenebenen und einer bewußten funktionalen Trennung von Minuten-Count-up und Stunden-Countdown.


    Der eigentliche Gedanke dahinter ist also nicht, möglichst viele Funktionen auf einer Lünette unterzubringen, sondern die Bedienung möglichst eindeutig zu machen:

    Zwei sichtbare Ringe, zwei eindeutige Handgriffe – und möglichst wenig gedankliche Übersetzung.

    Keine Behauptung, damit das Rad neu erfunden zu haben – lediglich die Frage, wie man bekannte Lösungen so kombinieren und weiterdenken könnte, daß aus mechanischer Raffinesse eine möglichst intuitive Bedienung wird.

    „… Und ihr sagt mir, Freunde, daß nicht zu streiten sei über Geschmack und Schmecken? Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken! …“

  • P.S.: Keine juristische Neuheitsbewertung: aber technisch kann man die Konzepte gut gegenüberstellen.

    Mount-West-Patentanmeldung bei Google Patents

    Der wesentliche Unterschied liegt für mich weniger in der grundsätzlichen Idee der Teilkopplung als in der Bedienarchitektur:

    • Mount West: Im wesentlichen ein äußerer Bedienring; die Drehrichtung entscheidet mechanisch darüber, ob einer oder beide Ringe bewegt werden.
    • Dieses Gedankenspiel: zwei unmittelbar greifbare, höhenversetzte Bedienebenen – außen/unten STD, innen/oben MIN. Damit entscheidet bereits der Handgriff mit darüber, welche Funktion verstellt wird.

    Auch funktional ist die Zielsetzung eine andere. Mount West versteht die Doppellünette als möglichst universelles System für unterschiedliche Skalen und Anwendungen. Hier wäre die Zuordnung dagegen bewußt eng und eindeutig:

    Zitat

    MIN: Wie lange läuft es schon?
    STD: Wie lange bleibt noch?

    Auch die Kombination aus Count-up und Countdown wäre für sich genommen nichts Neues; die Mount-West-Anmeldung sieht solche unterschiedlichen Skalen ausdrücklich vor. Der eigentliche Gedanke liegt daher eher in der Verbindung aus direkt greifbaren Höhenebenen, haptischer Funktionszuordnung und einer klaren MIN-/STD-Semantik.

    Kurz gesagt:

    Zitat

    Nicht „zwei Lünetten mechanisch koppeln“, sondern die Mechanik so gestalten, daß die Bedienlogik möglichst schon durch Form und Handgriff verständlich wird.

    Genau darin sehe ich den interessantesten Unterschied zu Mount West – und auch den eigentlichen Zweck dieses Gedankenspiels.

    „… Und ihr sagt mir, Freunde, daß nicht zu streiten sei über Geschmack und Schmecken? Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken! …“

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