Werte Anwesende, geschätzte Freunde
wenn ich etwa ein halbes Jahr zurückblicke, sehe ich ihn noch gut vor meinem geistigen Auge - diesen verschmitzten Gesichtsausdruck von Mathias Klüh, als er mit dem für ihn typischen Lächeln zu mir sagte: „ Wir bringen etwas, was Ihnen gefallen wird ....“
Er ließ mich mit diesem Satz kurz allein stehen, und in meinem Hirn begannen die Gedanken zu rotieren: Er weiß genau, worauf ich stehe, was ich mag und was mir gefällt - was hat er sich wohl einfallen lassen ? Er wird doch nicht etwa wirklich und wahrhaftig eine Taucheruhr entwickelt haben !
Und wenn ja: Wie wird sie wohl aussehen ? Welche Größe ? Wird sie meinem Geschmack entsprechen ? Wird sie Alleinstellungsmerkmale haben ?
Es folgte die Veröffentlichung auf der Guinand-Website und die Präsentation auf der Watchtime in Düsseldorf, die viele Forumsjünger als Teilnehmer sah. Euch ist sicher noch in Erinnerung, wie dicht auch der Messestand von Guinand belagert war und die G44 Deepwave für einiges Aufsehen erregt hat.
Als es mir nach ein bißchen Warten gelang, auch die neue Taucheruhr an das Handgelenk zu legen, war ich sofort überzeugt: Ja, die ist genau meins !
Nun, ich hatte keine Revolution zum Thema Taucheruhr erwartet, die auch nicht kam. Aber die Umsetzung in Form von sowohl bewährter, aber auch innovativer Technik und klarem Design, gepaart mit der moderaten Preisgestaltung, fand ich so gelungen, daß ich schon auf der Messe wußte, daß eine Deepwave zu meiner Sammlung gehört.
Ich ließ mir aber Zeit, bis ich im Rahmen des 75. Stammtisches wieder in Frankfurt zu Gast war und beim obligatorischen Besuch bei Guinand die Uhr nochmals probieren und vorort bestellen konnte. Hier hat mir Hr. Klüh auch gezeigt, wie diffizil die Montage der Leuchtkeramik-Indizes am Zifferblatt ist. Die Indizes haben zwei winzige Füßchen, die in ebenso winzige Löcher am Zifferblatt gesetzt werden. Mir hat diese Konstruktion schon einigen Respekt abgerungen.
Wer bereits jetzt schon die Fotos meiner Uhr gesehen hat, wird sogleich merken, daß sie sich in einem Punkt unterscheidet: Auf meinen Wunsch hat der Uhrmacher den Minutenzeiger in oranger Farbe lackiert.
Das klingt recht einfach, doch der Aufwand wurde mir als recht erheblich beschrieben. Dazu war es nötig, die Leuchtmasse aus dem Zeiger herauszukratzen, ihn dann zu lackieren und wieder mit frischer Leuchtfarbe, die extra in der Schweiz bestellt werden mußte, zu füllen.
Woche 21 ging ins Land, aus dem Guinand-HQ bekam ich eine Mail mit der Frage nach meinem bevorzugten Zustellungstag - und prompt schaffte UPS eine Punktlandung !
Geschwind ein bereits bereitgelegtes Nato-Band montiert und schon schmeichelte sich die Uhr ans Handgelenk. Ich kann keine Teile spüren, die sich auch nur ansatzweise unangenehm anfühlen würden, selbst wenn ich die Uhr auf Anschlag nach vorne ins Handgelenk schiebe - das Gehäusedesign ist, was den Tragekomfort betrifft, wahrhaft sehr überzeugend.
Die Drehlünette unterscheidet sich von jener der Flight Engineer - sie hat keine schräge Kontrastkante, sondern besitzt eine senkrechte Riffelung an der Seite. Sie ist sehr griffig und rastet sehr satt - ob dies mit Handschuhen auch so funktioniert, teste ich erst im Winter.
Ein selten gesehenes Detail ist mir beim Montieren der Federstege ins Auge gefallen - jedes Horn besitzt 2 Bohrungen, sodaß auch dickere Bänder problemlos an die Uhr passen - die weiter außenliegenden Bohrungen habe ich gleich benutzt, da das Band in meinem Büroschränkchen eine Nato-Klettband war, das sich ganz locker durchziehen ließ.
Aber wie Ihr seht, kann sich das Ergebnis absolut sehen lassen - dazu verweise ich an dieser Stelle auf die beiden Videos unseres Youtube-Masterminds Axel a.k.a. Baumaxe/Watchmaxe zum Thema Guinand G44 Deepwave:
https://www.youtube.com/watch?v=tpFP-134-SA
https://www.youtube.com/watch?v=FW6e-5NAlUg
Technische Daten:
Werk
Kaliber SW200
Ausführung TOP, dekoriert, gebläute Schrauben
automatisches Uhrwerk
26 Rubinlagersteine
28.800 Halbschwingungen pro Stunde
Schweizer Ankergang
Sekundenstopp
stoßsicher nach DIN 8308
antimagnetisch nach DIN 8309
Werkdurchmesser 11 1/2" (25,6 mm)
Incabloc-Stoßsicherung
beidseitig wirkender automatischer Aufzug, kugelgelagerter Rotor
Glucydur-Unruh
Gangreserve typisch ca. 41 Stunden, min 38 Stunden
Rotor mit Guinand-Gravur
Nivaflex Aufzugsfeder
Zifferblatt & Zeiger
Zifferblatt Schwarz, Stundenindizes aus Leuchtkeramik C3 Grade X1 – grün nachleuchtend
Stundenzeiger mit grün nachleuchtender Leuchtmasse C3 Grade X1 ausgelegt
Minutenzeiger mit blau nachleuchtender Leuchtmasse C3 Grade X1 ausgelegt
Sekundenzeiger mit Leuchtspitze mit blau nachleuchtender Leuchtmasse C3 Grade X1 ausgelegt
Gehäuse
Gehäuse aus Edelstahl, satiniert bzw. glasperlgestrahlt
Glas aus beidseitig gewölbtem Saphirkristall, innen und außen entspiegelt, Boden geschraubt
Wasserdicht und Druckfest bis 30 bar – geprüft in Anlehnung an 4.7.4 ISO 6425/2018 mit 37,5 bar
Krone verschraubt und 3-fach abgedichtet, mit Flankenschutz
Dichtsystem FKM-R für Gehäuseboden und Krone
Taucherdrehring
Edelstahl – vergütet mit einen Oberflächenhärte von über 1000 Vickers
Drehringeinlage aus Edelstahl, schwarz hartstoffbeschichtet, graviert und weiß ausgelegt, 5- Minutenstriche und Zahlen mit nachleuchtender Leuchtfarbe ausgelegt.
Einseitig in Minutenschritten rastend
auf 3 gekapselten Rastelementen im Gehäuse gelagert
Hauptmarkierung mit blau nachleuchtender Leuchtfarbe der Qualität Grade X1 ausgelegt
Funktionen
Stunde, Minute, Zentralsekunde
Datumsanzeige
Maße und Gewicht
Gehäusedurchmesser: 40,75 mm
Gesamthöhe in Mitte der Uhr: 12,2 mm
Bandanstoßbreite: 20 mm
Maß über die Hörner: 48,8 mm
Maße zwischen den Armbandstegen: 46 mm, 44 mm (zweites Paar Bohrungen für eng an das Gehäuse anliegende Bänder)
Gewicht ohne Band: 78 Gramm
Quelle: https://www.guinand-uhren.de/taucheruhren/deepwave.html