Liebe Uhrenfreunde,
es gibt bereits einige Threads zum Thema „Qualitätsprobleme bei Sinn“. Ich möchte trotzdem einmal meine persönlichen Erfahrungen schildern – was mir in den letzten drei Jahren konkret passiert ist. In diesem Zeitraum habe ich drei unterschiedliche Sinn-Modelle neu gekauft und musste bis heute sage und schreibe vier Garantiefälle verzeichnen – plus einen Kauf, der am Ende nicht zustande kam, weil mir bereits im Geschäft Mängel aufgefallen sind.
Die Probleme traten jeweils etwa 2 bis 7 Monate nach dem Kauf auf. Die Bandbreite reichte von Gehäuseverfärbungen über eine Nietverbindung die sich am Band löste und wodurch die Uhr abstürzte, bis zu losen Platinen-/Werksschrauben die das Räderwerk blockiert haben, sowie einer fest sitzenden Lünette, die sich nicht mehr drehen ließ. Auch unsauber gesetzte Zeiger und eine ungleichmäßige schwarze Hartstoffbeschichtung waren darunter.
Wichtig vorweg: Mit dem Kundenservice bin ich grundsätzlich sehr zufrieden. Die Fälle wurden am Ende zu meiner Zufriedenheit behoben, auch wenn die Wartezeiten teils sehr lang waren. Insbesondere das Depot hat aus meiner Sicht einen wirklich hervorragenden Job gemacht, dafür bin ich sehr dankbar. Meine Kritik richtet sich daher nicht gegen den Service, sondern gegen die Häufung der Mängel bei mehreren Neuuhren.
Hier die Fälle im Überblick:
Sinn 103 Ti
- Nach ca. 8 Wochen: Verfärbung/Wölkchenbildung am Gehäuse
Reparaturdauer: ca. 13 Wochen
Sinn 103 Ti
- Nach ca. 7 Monaten: Die Niet-/Verbindungsstelle am Band (NICHT die Innensechskantschrauben zur Längenanpassung) hat sich ohne ersichtlichen Grund gelöst → die Uhr ist vom Handgelenk gefallen. Ich habe es erst etwas später bemerkt, als ich plötzlich keine Uhr mehr am Arm hatte. Glücklicherweise ist sie auf Teppich gelandet, daher keine Folgeschäden. Draußen auf der Straße wäre das eine ganz andere Geschichte gewesen.
Reparaturdauer: ca. 2 Wochen
Sinn 903 St II
- Nach ca. 4 Monaten: Lose Platinen-/Werksschraube, die das Räderwerk blockiert hat
Reparaturdauer: ca. 2 Wochen
Sinn 903 St II
- Nach ca. 6 Monaten: Drehbare Lünette fest/klemmend
Reparaturdauer: aktuell noch offen, daher nicht abschätzbar
Nach langer Überlegung und großer Vorfreude wollte ich gestern eine Sinn 140 St S kaufen. Im Geschäft sind mir jedoch zwei Punkte aufgefallen, die mich vom Kauf abgehalten haben:
- Der Minutenzeiger der großen 60er-Stoppminute stand nicht sauber auf den Minutenmarkierungen des Zifferblatts (wirkte wie nicht exakt gesetzt).
- genau Zwischen den Bandgliedern fiel mir eine ungleichmäßige Hartstoffbeschichtung auf: Stellen waren nicht schwarz, sondern zeigten eine goldene Verfärbung. Ist das normal, oder ein Beschichtungsfehler?
Ich habe mich deshalb letztlich gegen den Kauf entschieden. Aktuell gehe ich davon aus, dass meine geplanten Neuanschaffungen in diesem Jahr nicht aus dem Hause Sinn kommen werden.
Nochmal: Mir ist klar, dass bei jedem Hersteller mal etwas passieren kann. Ein Garantiefall ist das ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Bei mir sind es jedoch drei verschiedene, neu gekaufte Modelle – und vier Garantiefälle plus ein abgebrochener Kauf wegen auffälliger Mängel direkt im Laden.
Das hat einen faden Beigeschmack und hinterlässt nachhaltig keinen guten Eindruck. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon. Ich habe bisher immer viel von Sinn gehalten und das wird auch in Zukunft so sein. Sinn ist nach wie vor meine Lieblingsmarke, weshalb die Enttäuschung vielleicht gerade deshalb auch etwas größer ist – auch wenn der Service, insbesondere das Depot am Ende hervorragend gearbeitet hat. Ich bin gespannt was noch kommt – die Uhren haben ja noch alle Garantie.
Mich würde interessieren: Habe ich einfach nur unwahrscheinliches Pech gehabt oder sind die Ansprüche zu hoch? Ich muss aber ehrlich sagen: Wenn ich eine Uhr – und Sinn ist ja nicht gerade günstig – für 3.500 Euro kaufe, sollte doch eigentlich alles passen, oder nicht? Gibt es bei anderen Herstellern ähnliche Probleme? Ich würde gerne eure Geschichten und Erfahrungen hören.