Große Sammlung...und dann??? Revision für alle?

  • Mich würde mal interessieren, wenn Uhren aus großer Sammlung in die Jahre gekommen sind, wie eure Meinung ist.

    Eine Revision zwischen 400 und 800 € und bei einigen Marken sogar vierstellig.

    Will man das jedes Jahr investieren, wenn dann die Serie der altersbedingten Frage kommt?

    Und das vielleicht noch für 3-4 Uhren gleichzeitig...

    :bulge:

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Es ist auch die Frage, wie oft die Uhren überhaupt zur Revision müssen. Bei regelmäßigem Tragen sagen Uhrmacher oft: alle 5 Jahre wäre optimal. Wenn ich aber einige Uhren habe und sie gleichmäßig trage, reichen vielleicht auch 8 Jahre.

    (Wenn ich rein theoretisch nur 16 Uhren habe, müssen jedes Jahr 2 zur Revision. Dann gebe ich 2.000 € für ein Hobby pro Jahr aus. Macht 160 € pro Monat. Sehr human – kann man sich auch mit einem kleinen Geldbeutel leisten. ich hau mich wech!Über den Kaufpreis reden wir lieber nicht.)

    Ich zum Beispiel versuche, wo immer möglich, auf Manufakturkaliber zu verzichten. Für mich wäre das eventuell sogar ein Verkaufskiller: Die Ersatzteillage kann schwierig sein, die Uhr muss oft zurück zum Hersteller, das dauert teilweise mehrere Monate, und die Revision kostet dann schnell auch über 1.000 €. In der Zeit trägt man dann oft „Übergangslösungen“ – also die anderen 15 Uhren, die man ja ganz zufällig hat.FrecheFratze

    Wenn man dagegen Uhren mit SW200, 7750 o. Ä. kauft, ist die Revision in der Regel erheblich günstiger, die Ersatzteillage ist hervorragend, und jeder gute Uhrmacher ist an diesen Werken ausgebildet. Das heißt: Auch der Juwelier um die Ecke kann die Uhr warten. Praktisch wie ein Ölwechsel beim Auto.

    Oft will man aber eben genau die Uhren, die ein Manufakturkaliber haben. Ich denke dann: Augen zu und durch – und lieber nicht darüber nachdenken, was man für dieses Hobby ausgibt. ^^

    Über Geschmack lässt sich streiten, über guten Stil nicht.

  • Danke

    Volle Zustimmung!

    Ich denke ganz ähnlich. Und mein Uhrmacher des Vertrauens hat mir genau das geraten. Kaliber zu kaufen, wo die Tür geschlossen ist, um Ersatzteile zu bekommen, ist aus seiner Sicht nicht ratsam.

    Gut, dass ich meine Altlasten an Manufaktur Kalibern in den letzten Jahren alle gegen heimische Uhren ausgetauscht habe. Die anderen großen Namen waren alle mal bei mir...

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Aus der Perspektive habe ich das noch nicht betrachtet.

    Ein Grund mehr die Sammlung zu verkleinernich hau mich wech!

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Genau meine Strategie ! Kostenreduzierung durch Neuanschaffungen!

    Also ich finde das Thema mit der Revisionszeit von 5 Jahren sehr überzogen, natürlich würde ich diese Empfehlung auch aussprechen, wenn ich Geld damit verdienen würde und die Rechnung nicht zahlen müsste.

    Meiner Meinung nach gibt es keine Pauschal korrekte Aussage, ich mache das immer im Einzelfall vom Gangverhalten abhängig.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Joa, das ist vielleicht ein Grund, die Sammlung nicht zu groß werden zu lassen.

    Habe mir in den ersten Jahren mehr Gedanken um Revisionen gemacht. Bei nur einer Uhr hab´ ich bisher eine Revision ohne konkreten Grund machen lassen. Einfach nur, weil ich nach 13 Jahren den Dichtungen trotz positivem Wasserdichte-Test nicht mehr vertrauen mochte.

    Alle anderen Revisionen hatten einen konkreten Grund. Die Breitling mit 7750 blieb nach 5 Jahren stehen. Läuft aber seit der Revision seit 21 Jahren einfach unproblematisch und ist wasserdicht. Eine 103 aus 2006 und natürlich alle 7 Jahre der EZM2 mussten zu Sinn. Bei o.g. Breitling und der Panerai rechne ich jederzeit mit einem Hilferuf.

    Heute laß´ ich es einfach auf mich zukommen. Wenn sich eine meldet, dann bekommt sie ihren Service.

    Das Argument, auf Manufakturkaliber zu verzichten, kann ich gut verstehen. Ein wenig beziehe ich den Gedanken schon in die Kaufentscheidung mit ein. Aber eher in Bezug auf neue, kleine Firmen, bei denen ich skeptisch bin, ob sie in 10 oder 15 Jahren überhaupt noch bestehen und Ersatzteile noch zu haben sind. Es geht dabei ja nicht nur um das Werk, auch eine neue Krone oder andere Gehäuseteile könnten nötig sein. Auch bei zu vielen, exotischen Materialien bin skeptisch. Wer weiß schon, ob ich in 15 Jahren noch Magnesiumgehäuseteile, TPT oder Kohlefaserteile bekomme.

    Viele Grüße, Daniel

  • ich bin da ganz bei Andi.


    Und erinnere mich noch an eine Aussage eines Sinn Mitarbeiters während eines Rundganges auf die

    Frage was passiert wenn die Trockenkapsel tiefblau ist und man die nicht austauscht ?


    Nichts; die Uhr läuft ganz normal weiter ;)

    Muchos saludos !

    Gerd

    a home without a dog is just a house

  • Ja, bei den Micro-Brands sehe ich das auch so. Vor einigen Jahren wurden die Kemmner-Uhren gehypt und sie sind/waren sicherlich auch jeden Cent wert. Und heute ? Was macht der Kunde, wenn er ein Kemmner-typisches Ersatzteil braucht?

    Mir gefallen z.B. auch die Sherpas sehr gut, ich würde aber keine kaufen, zu groß wäre die Sorge, dass es diese Marke in dieser Form irgendwann nicht mehr gibt und 5 Teuro zumindest zu einem hohen Anteil vernichtet werden.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Ha, an genau die beiden Marken hab´ ich gedacht. (Und an Richard Mille oder auch ein wenig an Hublot.) Von Hublot mag ich schon die eine oder andere Uhr - aber Magnesium und Titan und Carbon ziehen sich beim Sprung ins kalte Wasser auch noch unterschiedlich stark zusammen. Da denke ich vielleicht zu technisch - bin wohl ein Sinn-Kunde. :)

    Ne Krone für die Kemmner Octopus bekomm´ ich vom Hersteller natürlich nicht mehr. Das Werk wird keine Problem sein. Ich werde berichten, wenn es soweit ist.

    Viele Grüße, Daniel

    Einmal editiert, zuletzt von Spongehead (21. Februar 2026 um 19:31)

  • Also ich finde das Thema mit der Revisionszeit von 5 Jahren sehr überzogen, natürlich würde ich diese Empfehlung auch aussprechen, wenn ich Geld damit verdienen würde und die Rechnung nicht zahlen müsste.

    Ich handhabe das ähnlich. Wenn sich das Gangverhalten deutlich verschlechtert ist es Zeit für eine Revision. Das kann nach 5 Jahren oder nach 15 Jahren der Fall sein.

    Über Geschmack lässt sich streiten, über guten Stil nicht.

  • Bei mir gehen Uhren dann zur Revision, wenn sich der Gang spürbar verändert. Bei meiner U1 war das nach rund 10 Jahren. Ich habe jetzt die Anzahl meiner Solar-Slots auf der Fensterbank auf vier erhöht. Wenn ich hätte, würde ich meine Fensterbank vergrößern.

    Beste Grüße
    Axel

    Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.

  • Dann bin ich mal so frei und zitiere HaWe aus einem Thread aus 2022:


    Helmut Sinn hat immer nur gefragt, wie zuverlässig die Uhr noch geht. Und wenn die Uhr noch hinreichend genau lief, dann war auch noch keine Revision erforderlich. Da können auch einmal durchaus 20-25 Jahre zusammenkommen


    Bei Guinand habe ich es auch so erlebt. Solange der Gang noch ok ist, wurde mir keine Revision aufgedrängt.

    Viele Grüße

    Chris

  • Mir liegt das Revisionsthema immer dann in den verschiedenen Foren am Herzen, wenn darüber mit einer unglaublichen Bandbreite an Meinungen diskutiert wird und die meisten Meinungen nicht mit meiner langjährigen Erfahrung UND den Ausssagen qualifizierter Fachleute meines Vertrauens übereinstimmen.

    Vor dem Hintergrund von inzwischen über 400 teils sehr hochwertigen Armbanduhren in meiner Sammlung ist das Thema für mich relevanter als vielleicht für Andere, aber mein Wissen und meine eigenen Erfahrungen - und nur die zählen - gebe ich gern weiter.

    Quelle eins meines Wissens ist die langjährige Freundschaft mit einem Uhrmachermeister im Frankfurter Raum, der zugleich seit vielen Jahren vereidigter Sachverständiger an den hessischen Gerichten für den Bereich Uhren ist. Selbständig, aber davor war er etliche Jahre als deutscher oder regionaler Serviceleiter bekannter Uhrenmarken tätig.

    Quelle zwei meines Wissens ist ebenfalls die Freundschaft mit einem langjährigen Uhrmachrmeister, der als Angestellter die Produktion einer deutschen Uhrenmarke leitet und zusätzlich seine eigene Werkstatt führt. Dieser kümmert sich inzwischen seit vielen Jahren um meine Uhren.

    Beide Quellen bezeichnen einen Servicebedarf nach Jahren definiert als völligen Blödsinn und lediglich im Interesse der Hersteller bzw. Konzessionäre von fast allen Uhrenmarken.

    Da ich beiden uneingeschränkt vertraue, werden ALLE meine Uhren, ob wertmäßig nahe an € 90.000 reichend oder wenige hundert € wert, solange getragen, bis sich am Trageverhalten etwas geändert hat. Dann geben diese nicht einfach "den Geist auf", sondern fast immer verlieren diese signifikant Zeit, also z.B. plötzlich 5 oder 10 Minuten am Tag, während es vorher durchgängig Zeitabweichungen von +/- wenigen Sekunden am Tag waren.

    Dann, und erst dann, wird eine Uhr sofort in die Servicekiste verbannt und nicht mehr getragen. Sie tritt dann die nächste Reise in die alte Heimat an und wird dort fachmännisch gewartet.

    Mit über 45 jähriger Erfahrung als Uhrenliebhaber und -sammler kann diese Servicenotwendigkeit zwischen 3-5 und mehr als 30 Jahren liegen, was mich oft selbst wundert. Das gleichmäßige Gangverhalten beruhigt dann und sie wird weiterhin, meist 3-5 mal für jeweils 2-3 Tage pro Jahr getragen.

    Das diese Vorgehensweise sinnvoll ist und die Substanz der Uhren nicht gefährdet, ergibt sich aus der Tatsache, dass bis auf den normalen und routinemäßigen Austausch von Teilen gemäß Serviceplan keine sonstigen Bauteile wegen HÖHEREM VERSCHLEISS durch lange Wartungsintervalle bedingt je ersetzt werden mußten. Bei keiner meiner Uhren, ob diese von Omega, Breitling, Sinn, Rolex, Seiko, Orient, Heuer, Tudor, Guinand, Patek Philippe, Chronosport oder anderen Herstellern stammen, gab es Probleme.

    Ich sehe aufgrund dieser Ausführungen also keinerlei Grund, mein Serviceverhalten zu ändern. Ich fordere eher meine Forenfreunde hier oder anderswo auf, sich eigene Gedanken zu machen und dann ggf. ihr Serviceverhalten neu zu definieren.

    "Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert" (Oskar Wilde)

    Einmal editiert, zuletzt von Sinn-Collector (22. Februar 2026 um 00:39)

  • Dann bin ich mal so frei und zitiere HaWe aus einem Thread aus 2022:


    Helmut Sinn hat immer nur gefragt, wie zuverlässig die Uhr noch geht. Und wenn die Uhr noch hinreichend genau lief, dann war auch noch keine Revision erforderlich. Da können auch einmal durchaus 20-25 Jahre zusammenkommen


    Bei Guinand habe ich es auch so erlebt. Solange der Gang noch ok ist, wurde mir keine Revision aufgedrängt.

    Auf den Punkt gebracht! Da hätte ich mir meinen ausführlichen Beitrag eigentlich (fast) sparen können. Ich bin dennoch froh, daß ich diesen verfaßt habe, denn er verdeutlicht aus meiner Sicht die "Beweislage" für Forenfreunde, die es einfach nicht glauben wollen, auch wenn eine solche kurzgefaßte Aussage von Helmut Sinn stammte, denn ich übrigens noch recht gut kannte und von dem ich bereits in den 1990iger Jahren die eine oder andere Uhr gekauft habe. Nicht nur Sinn, sondern auch BW Heuer- und BW Junghans Chronos, die ich heute noch habe!

    "Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert" (Oskar Wilde)

  • Ich handhabe es wie viele meiner Vorredner. Weicht der Gang einer Uhr extrem von der Norm ab, geht diese zur Revision. Erst gestern war ist noch bei meinem Sinn-Konzi. Grund war keine anstehende Revision, sondern eine Fachfrage zu einer abgefallenen Krone. Ein anderer Kunde holte seine Uhr von einer Reparatur ab. Es war wohl eine Omega. Auf die Frage des Kunden, wie oft bzw. in welchen Intervallen er eine Uhr ( nicht nur die abgeholte Omega ) zur Revision bringen sollte, antwortete er, da gibt es keine festen Werte.

    Wenn die Uhr größere Abweichungen im Gangverhalten zeigt, wird eine Revision sinnvoll.

    Weiter fügte der Konzi folgendes hinzu. Die Öle die in einer Uhr heutzutage zum Einsatz kommen, verharzen auch nach 25 Jahren nicht . Auch dann nicht wenn die Uhr 25 Jahre nicht getragen wird. Das war früher anders.
    Als Beispiel nannte der Konzi die Sammlung eines Altkunden. Von den ca. 850 Uhren seien rund die Hälfte ungetragen gewesen. Selbst 20 Jahre alte ungetragene liefen sofort an und das in Ihrer Norm.

    Der Kunde fragte auch ob selten getragene Uhren auf einem Uhrenbeweger gelagert werden sollten.
    Völliger Blödsinn, außer bei ewigen Kalendern, die Antwort.

    Fazit : Uhren tragen, geniessen und sich nicht verrückt machen lassen.

    Schöne Grüße aus dem Münsterland Top1
    Christian

  • Nach etlichen Jahren des Tragens mechanischer Uhren ist meine Erfahrung: der UhrenTRÄGER muss viel häufiger zur Revision als die Uhren selbst :S

    Gigahertz are for computers. Fine watches run at 4 Hz.

  • Zunächst mal ….ganz vielen Dank für die Beteiligung am Thema.

    Das fundierte Wissen hier im Forum ist ein hohes Gut. Und wertvoll.

    Mir ist klar, dass , wenn ich so ein Thema einbringe, verschiedene Sichtweisen und Meinungen lesen werde. Ich habe die ja auch. Ich finde aber hier liegen wir doch ziemlich nah beieinander. Klar ist, einen festen Intervall gibt es nicht und belastet nur das Portmonee. Das ist schonmal eine gute Erkenntnis.
    Mir hat man im letzten Jahr noch eine Revi „aufgeschwatzt“. Und selbst nach über 40 Jahren mit Uhren als Lebensbegleiter (es begann als junger Erwachsener) habe ich ja gesagt und ärgere mich immer noch etwas über die knapp unter 400€ und 4 Monate Wartezeit.

    So ist doch nach allem was hier geschrieben wurde klar. Feste Intervalle vergessen…

    Aber? Nicht nur Gang und Kaliber müssen bei mir funktionieren. Die Dichtungen können vielleicht doch nach über 10 Jahren defekt sein. Die würde ich nicht erst wechseln lassen, wenn die Uhr „abgesoffen“ ist. Dann ist es zu spät.

    Ein letzter Punkt für mich ist noch der, welcher auch von euch genannt wurde. Ich habe also eine Uhr, die 23 Jahre gut lief und dann die erkennbare Gang-Veränderung aufweist. Sie braucht vielleicht neue Teile, aber den Hersteller gibt es nicht mehr UND das Kaliber auch nicht. Beispiel : Eine Micro Brand Uhr dessen Hersteller 2010 aufgehört hat mit einem Marvin 700.

    Danke für eure Teilnahme! Forum ist ja nicht nur der tägliche Wristshot und daher sind Meinungsaustausche und Diskussionen doch auch ein Gewinn.

    Ich schaue mal auf die Uhr :D….Oh , eine U50 SL mit SW 300 Top-Grade und 500m Wadi. Läuft super und gehört zu 99% in den nächsten 25 Jahren nicht zu den „Sorgenkindern“! Ein beruhigendes Gefühl.

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Ich halte das wie bei meinen Autos. Obwohl, Uhr hab ich auch schonmal neu gekauft, Auto nie.

    Entweder entsprechend günstig kaufen und Revisionsbedarf einkalkulieren oder revidiert kaufen und pflegen. Gerne auch beides zusammen, kann dann halt auch mal dauern bis das Objekt der Begierde einziehen kann.

    Wartung nach Vorschrift ist da meist nicht hilfreich bzw. läßt sich optimieren.

    Standschäden vermeiden durch artgerechte Haltung.

    Ansonsten ist alles gesagt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!